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Ansegeln 2011 des ASC PDF Drucken
Geschrieben von Peter Peilecke   
Montag, 20. Juni 2011

… oder doch mehr „Antreiben 2011“ oder der „Club der Vertriebenen“?

Das diesjährige Ansegeln des Altonaer Segel-Clubs e.V. fand am 21.05.11 statt. Zielhafen war Borsfleth in der Stör.

Ansegeln? Also, mangels Wind hatte die Regatta mit Segeln irgendwie nicht so sehr viel zu tun. Dennoch hat es im Großen und Ganzen Spass gemacht. Und am Ende hatten wir von (fast) allem etwas.

Am Abend vor dem Ansegeln haben wir in altbewährter ASC – Weise das Freibier genossen. Wobei, es ist allen bekannt, das Freibier ist für uns alle nur eine begleitende Nuance von nebensächlicher Bedeutung, oder? Wie auch immer, wir haben es genossen am Abend vorher, … einige bis in den Morgen. Wir wollten eigentlich schon gehen, da erschien Arno Z., wobei das Z nicht für Zorro steht, so ist er nicht. Den konnten wir natürlich nicht allein lassen, also blieben wir einfach noch …,  

was dem Befinden am nächsten Morgen nicht gerade zuträglich war. …

Aber dann war es endlich soweit. Es sollte losgehen auf die Regattabahn. Man merkte schon vorweg: „Wind? Hm, das sieht ja mau aus. So grosse Segel haben wir ja gar nicht, um das letzte bisschen Wind einzufangen.“  Dennoch, am Start bewegten sich die Schiffe noch recht agil. Sogar begleitet von Musik. Von der „Amuse – Bouche“ wurde das Startfeld mit dem Soundtrack “Pirates of the Caribbean“ beschallt. Das hatte schon was.

Startschiff war diesmal Ralph Matthies  „Meteor“. Und begleitet wurde die Regatta von unseren Freunden des THW mit dem Arbeitsboots „Altona“. Wie gut, wie sich später noch zeigen sollte.

So trieb das Regatta – Feld nach dem Start vor sich her. Mit Beschädigungen aufgrund zu starken Windes brauchte niemand zu rechnen, aber …

Frank Beck, am diesem Tag wieder mal „einhand“ unterwegs, hatte Pech. Und das auch noch zweimal. Erst übte eine grüne Fahrwasser – Tonne hatte auf die „Esperanza“ eine starke Anziehung aus, was leider nicht spurlos an ihr vorüberging. Aber so ein grüner „Farb-Kuss“ ist mit Polieren in den meisten Fällen wieder zu beseitigen. Wenn das man alles gewesen wäre …

Weiteres über die Regatta in Kurzform:

Es waren 16 Schiffe zur die Regatta gemeldet. „Peppermint Patty“ trieb  am schnellstens. Als „PP“ die  „Amuse – Bouche“ überholte, soll Klaus – Thomas gesagt (oder gedacht haben) haben: „ Wieso habe ich dem Schneider dieses Schiff bloss verkauft?“

„Kaprifol“ wurde das ganze irgendwann zu lang und weilig. Jan dachte „Jetzt ‚ne Wende, das wird es reissen.“ Und trieb dann eine Zeit lang mehr mit Heck voraus Richtung Ziel.

Die neue Crew auf unserer Verins – J 24 „Just for Fun“ holte peu – à – peu auf und zog nach und nach an einigen Schiffen vorbei.

Wir selbst sind mit „Tournesol“ zunächst ganz gut mitgetrieben, mussten dann aber ab Wedel doch noch einige in einem gefühlten Höllentempo von etwa 2,3 Knoten durchs Wasser an uns vorbeiziehen lassen, nachdem ich uns zu nahe an den Steinwall des Wedeler Jachthafens herantreiben lassen habe. Ich bekam die Karre erst im letzten Moment im flachen Wasser rum, da waren die anderen schon weit voraus. Später trieb an uns - „Tournesol“ immer noch unter Vollzeug  treibenderweis‘ - eine an der Regatta unbeteiligte, unbesegelte X-99 vorbei, von der der Rat übergeben wurde, die Segel zu bergen, um wenigstens den Luftwiderstand beim Treiben zu verringern. Tja, wie wahr, aber wie sieht denn das  aus? Nee, so weiter und durchhalten,  „falls doch noch ein Lüftchen kommt.“ Einfach nur durchalten.

Endlich erreichten auch wir als letztes unermüdlich „segelndes“ Schiff das Ziel. Nein, wir waren nicht die Letzten; die hinter uns Befindlichen hatten aufgesteckt und dampften an uns vorbei. Aber was für eine Erlösung als wir die Ziel-Linie passierten. Los, Segel bergen, Motor an und los, … auf nach Borsfleth. Mann, konnte der Fahrtwind guttun.

Dann der Schreck, über Funk kam die Durchsage rein, dass der Motor der „Esperanza“ ausgefallen war. Frank brauchte einen Schlepp. Dieser Tag war wahrlich kein Glückstag für die „Esperanza“.

Fiete, der Frank am nächsten war, liess über Funk wissen: „ Ich schlepp schon einen!“ (das war die „Malamok“). Also kam als zweitnächstes Schiff die „Altona“ des THW zum Einsatz. Frank sah alles andere als glücklich aus, als er geschleppt wurde. Nur allzu verständlich.

So nach und nach trafen alle Schiffe in Borsfleth ein, und es ergab sich im Laufe   des   Nachmittags ein buntes „Schiffchen wechsel Dich“ Spiel. Man wechselte Schiffe, Sitzplätze, wichtige und weniger wichtige Informationen, und lachte viel, wie es bei unserem ASC so üblich ist. Nur die Getränke wurden nicht aus der Hand gegeben, bzw. wurden leere Hände schnell wieder mit frischen Getränken gefüllt. Es herrschte ja den ganzen Tag schönster Sonnenschein.

Gegen Abend begannen wir dann mit der Grillerei. Das Wetter, die Sonne, Temperatur, und die wunderschöne natürliche Idylle in Borsfleth boten unserer bereits guten Stimmung eine besonders schöne Grundlage. Wir schleppten Tische und Bänke ran, Es wurden Grills verschiedenster Technologie – Stufen von 1970 – 2010 präsentiert und aufgebaut und bald roch es weithin nach schönstem Grillgut. Unter dem blauen Abendhimmel von Borsfleth verbrachten wir einen spassigen und wunderschönen Grillabend, hatten viel zu lachen. Eine Story jagte den nächsten Witz, den nächsten Döntjes. Am Chiemsee hätten wir gesagt: „Mei war des schee.“ Aber Gott sei Dank sind wir nicht dort sondern an unserer Elbe.

So nach und nach verlagerte sich die Veranstaltung mit zunehmender Dämmerung wieder auf die Schiffe, wo auf einigen noch etwas „Brennstoff“ nachgelegt wurde, was bei dem einen oder anderen am nächsten Tag noch Spuren hinterlassen hatte.

Keinesfalls bei Anke S. aus HH. Sie schwebte am nächsten Vormittag nur so über den Steg. Kein Wunder, hatte sie doch die Nacht an Bord der „Frygg“ verbracht; und zwar mit den drei Seehelden, die sie selbst am Tage zuvor „die Füchse“ getauft hatte. Aber keine Bedenken, die „Füchse“ sind weithin als Gentlemen bekannt.

Erst einmal wurde gefrühstückt und abgewartet. Mit auflaufend Wasser wollten wir los. Die „Esperanza“, da nun ohne Maschine, wurde durch die Brücke in das Elb – Fahrwasser geschleppt. Zu Franks Unterstützung hatte Dirk auf der „Esperanza“ angemustert. Und dann konnte es losgehen. Und diesmal segelnder Weise.

Der Wind hatte schon zuvor kräftig zugenommen. Aha! … Was wir am Tag zuvor nicht hatten, bekamen wir an diesem Tag dreifach. Anfangs war es feines Segeln. Erwischt hat es uns alle erst bei Stade - kurz aber heftig. So heftig, dass Sven an Bord der „Julchen“ glaubte, er müsse nun, obgleich noch an Bord befindlich, im Cockpit sitzend, ertrinken. Man sah wirklich nichts mehr. Nicht mehr den hellen Frachter, der uns alle zuvor gerade überholt hatte, und nur ab und an tauchte eine dunkle Mastspitze aus der Regengischt aus. Fahrwassertonnen waren Gott sei Dank nicht in der Nähe. Aber so schnell wie das Unheil aufzog, so schnell war es vorbei. Und diesmal bleib alles heil.

So konnten wir noch einige Zeit weitersegeln und das Boot und die Klamotten trocknen. Aber der Wind liess mehr und mehr nach. Und beim Eintreffen im Heimathafen endete das Ganze wind-spezifisch so wie es begann, mit einem lauen Lüftchen.

Dafür blieben uns Regenschauer erhalten, ach wie nett beim Aufklaren des Schiffes im Heimathafen ...

Aber es war alles in allem eine tolle Veranstaltung. Und nach dem Eintreffen war man angenehm groggy und wusste, was man getan hatte. Es war von (fast) allem etwas dabei.

Für dieses schöne Ansegeln (Antreiben) können wir ASCerInnen und FreundInnen des ASC uns bei dem Festausschuss und dem Regattaausschuss für die Organisation und bei allen Helfern (Regatta – Begleitung) für die Umsetzung, besonders auch bei unseren THW – Freunden, nur herzlich bedanken.  Es hat wohl allen Spass gemacht. Und unserem Kameraden Frank Beck wünschen wir, dass sich der Trouble auf seiner „Esperanza“ mit geringem Aufwand beheben lässt.

Verfasst von Joachim Stüwer

 
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